Fett absaugen – Fettabsaugung

Eine Fettabsaugung kann durchgeführt werden an: Hals/Doppelkinn, Nacken, Oberarmen, Unterarmen (selten), Brust, Bauch, Hüfte, Rücken, Reithosen, Oberschenkeln (innen, außen und vorne), Unterschenkeln (von den Waden bis zu den Knöcheln) bei Männern und Frauen.

Die modernste, sicherste und aktuell einzig empfohlene Methode der Fettabsaugung ist die Ultratumeszenz – Absaugung in Lokalanästhesie mit Vibrationskanülen (PAL-Power assisted Liposuction). Bei der Auswahl Ihres Chirurgen sollten Sie unbedingt darauf achten, dass er diese Technik verwendet.

Die Fettabsaugetechniken haben sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. So hat man früher in Vollnarkose und ohne Einspritzung von Flüssigkeit Fett abgesaugt und mit bis zu über 1 cm dicken Kanülen die Fettzellen herausgerissen. Dabei kam es bei dieser Art der Fettabsaugung fast immer zu größeren Blutungen, teilweise auch zu Embolien, die dazu führten, daß es den Patienten längere Zeit nicht gut ging und es sogar zu Todesfällen kam – wenn Sie jetzt noch von Todesfällen in der Presse lesen, sind das immer Patienten gewesen, die noch in Vollnarkose oder Dämmerschlaf operiert wurden.

Eine Verbesserung bei der Fettabsaugung brachte die Benutzung von geringen Mengen an Flüssigkeit mit Adrenalin, welche die Blutung reduzierten (Nasstechnik, fälschlicherweise manchmal auch als Tumeszenz bezeichnet). Es wurden dabei auch Experimente mit Ultraschallabsaugungen gemacht, die jedoch wegen der starken Hitzeentwicklung das Risiko großflächiger Haut- und Unterhautzerstörungen (Verbrennungen) mit sich brachten.

Erst Anfang der 90 ziger Jahren kam es durch die Arbeiten von Jeff Klein, einem amerikanischen Dermatologen, zu dem entscheidenden Durchbruch bei Fettabsaugungen, die  Prof. Mang und Dr. Sattler in Deutschland noch verfeinert haben. Bei dieser Art der Fettabsaugung wird durch die Einbringung großer Mengen Kochsalzlösung mit Lokalanästhesie und weiteren Substanzen in die abzusaugenden Zonen zunächst einmal eine Betäubung erreicht.

Außerdem kommt es nach einer Einwirkzeit von ca. 45 Minuten zu einem „Wässern“ der Fettzellen, so daß das Fett dann mit besonders feinen (2 bis 3 Millimeter) Kanülen goldgelb abgesaugt werden kann, ohne daß es zu nennenswertem Blutverlust kommt. Die einzige Beschränkung dieser Fettabsaugungsmethode liegt in der Menge der zu applizierenden Tumeszenzlösung: Um Überdosierungen und entsprechende

Nebenwirkungen der beigefügten Substanzen zu vermeiden, dürfen nicht wesentlich mehr als 6 bis maximal 7,5 Liter, je nach Körpergewicht, injiziert und maximal 4 Liter reines Fett abgesaugt werden. Aus Sicherheitsgründen sollte sich der Chirurg an diese Regel halten, was bei manchen Patienten mit mehreren oder sehr großen Problemzonen bedeuten kann, daß sie ein zweites Mal operiert werden müssen, um ein optimales Ergebnis zu erreichen. Für Ihren persönlichen Fall wird Ihr Chirurg die voraussichtlichen Grenzen der Fettabsaugung mit Ihnen besprechen.

Diese Methode der Fettabsaugung mit Feinkanülen, besonders wenn die moderne Vibrationstechnik verwendet wird, hat neben der Minimierung der Gefahr zusätzlich als einzige den Vorteil, daß sich die Haut nach dem Eingriff wieder strafft, da die Unterhautstrukturen kaum zerstört werden.

Wegen der dünnen Kanülen ist die Fettabsaugung allerdings sehr zeitaufwendig, der komplette Eingriff dauert fast 4 Stunden. Es wird empfohlen, zur Sicherheit und auch aus Bequemlichkeitsgründen (es laufen über mindestens 12 Stunden noch größere Mengen an Sekret aus den nur geklebten Einstichwunden) bei größeren Absaugungen eine Nacht stationär in der Klinik zu bleiben, der Eingriff kann auf Wunsch, vor allem bei kleineren Arealen, aber auch ambulant erfolgen.

Nach der Fettabsaugung muß der Patient für 7 Tage ständig ein spezielles Mieder tragen. Im Anschluß sollte das Mieder für weitere 4 Wochen soviel wie möglich getragen werden, damit die Haut gut komprimiert wird und sich wieder straffen kann.

Der Straffungseffekt kann durch Lymphdrainage ab dem 5. Tag beschleunigt und verstärkt werden. Nach den 4 Wochen kann das Mieder abgelegt werden. Sport sollte erst  ab der 2. Woche langsam beginnend wieder betrieben werden, auf Sauna und Solarium sollten Sie für mindestens einen Monat verzichten.

Falls in seltenen Ausnahmefällen starke Rötungen, Fieber oder extreme Wasseransammlungen in den Beinen auftreten, müssen Sie sich sofort einen dringenden Kontrolltermin bei Ihrem Chirurgen vereinbaren.

Am Tag der Fettabsaugung sollten Sie direkt postoperativ und dann bis 24 Uhr jede Stunde etwa 10 Minuten aufstehen und umhergehen. Dies beugt einer Thrombosebildung vor und fördert das Austreten noch im Körper befindlicher Tumeszenzlösung.

Um das Risiko einer Thrombose zusätzlich zu verringern, werden von verantwortungsbewußten Chirurgen vor der Fettabsaugung die sog. APC-Resistenz und die Glucose-6-Phosphatdehydrogenase bestimmt. Wenn hierbei ein erhöhtes Risiko zutage tritt, sollte nicht oder nur unter ganz bestimmten Vorsichtsmaßnahmen operiert werden, da es sich hier um einen medizinisch nicht notwendigen Eingriff handelt und deshalb jedes bekannte Risiko vermieden werden muß.

Hämatome sind nach der Fettabsaugung für bis zu 3 Wochen normal, bei stärkeren Schmerzen wenden Sie sich bitte sofort an Ihren Chirurgen oder den Hausarzt am Heimatort.

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